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23. März 2011 Fraktion

Wie glaubwürdig ist Öko-Strom?

Moderner Ablasshandel oder Irreführung der Troisdorfer Verbraucher

Seit Anfang 2010 verkaufen und die Stadtwerke Troisdorf angeblichen 100%igen  Naturstrom aus norwegischen Wasserkraftwerken. Nun werben sie erneut damit im Zusammenhang mit dem Atomunglück in Fukushima!

Richtig ist: In Norwegen wird aus Wasserkraft Strom erzeugt!

Falsch ist: Wir verfügen hier vor Ort in Troisdorf über diesen Strom!

Bei dem Produkt der ASEW „Watergreen“  handelt es sich lediglich um Zertifikate mit denen die Stadtwerke Troisdorf den norwegischen Wasserkraftwerken die Eigenschaften des Ökostroms abkaufen, nicht den Strom selber!

Die Norweger vermarkten ihren vor Ort erzeugten und auch dort verbrauchten Öko-Strom dann als sog. Graustrom. (Bei Graustrom ist nicht nachvollziehbar, in welcher Art von Kraftwerken die Elektrizität erzeugt wurde. Graustrom, der vor allem aus Atom-, und Kohlekraftwerken stammt, wird in der Regel an der Strombörse gehandelt.)

 Im Klartext: Wir kaufen den Norwegern die Bezeichnung „100% Naturstrom“ ab, nicht den Strom selber. Die Norweger bezeichnen ihren Naturstrom anschließend als Graustrom.

Der SPIEGEL berichtete darüber in einem Beispiel: Der Stomversorger kauft Strom an der Börse, etwas aus dem Schrott-AKW Krümmel, für 7 Cent je KWh. Den „veredelt“ er dann mit einem Ökozertifikat eines norwegischen Wasserkraftwerkes, was ihn lediglich noch einmal 0,05 Cent pro KWh kostet. Seinen Atomstrom darf er dann als Ökostrom verkaufen.  Diesen für Stromkunden in etlichen europäischen Ländern wenig transparenten Tausch ermöglicht das RECS (Renewable Energy Certificate System). Mitglieder des RECS sind nach Angaben auf dessen HP u.a. Tochterfirmen der großen Energiekonzerne RWE, E.ON und Vattenfall. Als erste Stadt hatte sich Kassel im Jahre 2008 als „Vorreiter für umweltgerechte Stromerzeugung“ präsentiert. Viele Versorger, u.a. auch Troisdorf zogen nach. Unseres Erachtens werden hier Verbraucher irrgeführt. In dem Glauben, dass für sein Geld neue Windräder oder Solaranlagen installiert würden, kaufe er den vermeintlich sauberen Strom. Doch sein Geld landet größtenteils beim ATOM- oder Kohlekraftwerksbetreiber. Und mit der Bezeichnung 100%Naturstrom lässt sich die nächste Preiserhöhung tarnen. 

„Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den ÖKO-Himmel springt!“