Zurück zur Startseite
2. Mai 2011 Sven Schlesiger

Offener Leserbrief an den Kölner Stadtanzeiger

Leserbrief zu ihrem Artikel: Feiertag zum Protestieren und Shoppen vom 2.5.11

Ich möchte auf einige offensichtliche Ungereimtheiten hinweisen. Der Trauermarsch durch die Innenstadt hatte lediglich den gerechten Lohn zu Grabe getragen und nicht wie in Ihrem Bericht den Mindestlohn. Für diesen wurde am 1. Mai Demonstriert. Ich denke das war auch laut und deutlich zu hören. Was mich verwundert ist, dass Sie das in der Bildunterschrift auch so schreiben. Entweder Ihnen ist da ein grober Fehler unterlaufen oder Sie haben die Wahrheit bewusst Manipuliert. Das kann doch dem Anspruch ihrer Zeitung auf Unabhängigkeit Überparteilichkeit nicht entsprechen. Ich bitte Sie sich entsprechend öffentlich zu korrigieren.

Was sie danach schreiben ist doch sehr verwunderlich. Von dem Mann der hinterher brüllte „jeder muss mal abtreten“ Ich möchte doch sehr bitten so einen Unqualifizierten und nicht überdachten Ausspruch abzudrucken zeugt von grober Fahrlässigkeit mit dem Thema gerechter Lohn. Sie als Printmedium sind doch ebenfalls davon betroffen, nicht immer die besten Löhne zu bekommen. Wie viele Redakteure haben denn keine Arbeit, die vielen freien Redakteure möchte ich hier noch nicht einmal ansprechen. Ich glaube, Sie wissen selbst welcher Lohndumping auch in Ihrer Branche herrscht. Wenn Sie aber in Ihrer Redaktion der Meinung sind, jeder sollte einen Hungerlohn bekommen, dann sollten sie sich vor Augen führen, dass ihr Lohn auch entsprechend abgesenkt werden müsste.

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit und der Tag des Kampfes für die rechte der unterprivilegierten in unserer Gesellschaft. An einem solchen Tag den Konsum in den Mittelpunkt zu nehmen kann nur befremden. Allein schon wenn wir an die vielen Einzelhandelsbeschäftigen denken, denen für einen Hungerlohn die notwendige Erholung gestohlen wurde.

Wenn sich nun Menschen über die Stimme aus dem Megafon beschweren und das mit einem Polizeieinsatz verbinden, lässt nur die Frage aufkommen, ob sie dann auch erwarten, dass die Polizei dann auch für das Recht der Passanten auf die Straße geht und für sie die sozialen Errungenschaften verteidigt, wohl eher nicht. Wer mal auf einer Demonstration war, müsste so etwas kennen, da soll es häufiger vorkommen, dass Megafone zu hören sind. Anscheinend braucht der Rhein Sieg Kreis da noch etwas Nachhilfe.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Schlesiger