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20. September 2010

Troisdorfer Kulturausschuss genehmigt sich Reise nach Amsterdam!

Am 16.09.2010 beschloss der Troisdorfer Kulturausschuss mit den Stimmen von CDU/FDP die Erhöhung der Jahresgebühren der Stadtbücherei  für Erwachsene von 12,- auf 15,- Euro (+25%) und für Familien von 12,- auf 20,-Euro (+66,6%). Von diesem unsozialen Beschluss sind besonders die Familien von Leiharbeitern, Niedriglöhnern, Alleinerziehenden und Senioren betroffen, welche knapp über den Hartz IV Sätzen leben. Man verspricht sich Mehreinnahmen in Höhe von 10.000,- Euro

Wenige Minuten später beschließen dieselbe Mehrheit plus die Stimmen der SPD, eine zweitägige Reise nach Amsterdam für Vertreter der Verwaltung und jeweils einem Mitglied der Fraktionen aus dem Etat der Stadtbücherei.

Diese soll im nächsten Frühjahr stattfinden. Man möchte sich einen „Eindruck über die dortigen Möglichkeiten einer modernen Bücherei verschaffen“. Die Abfahrt ist für einen Sonntagvormittag geplant, der Nachmittag und Abend steht dann zur freien Verfügung – die Unterbringung erfolgt in einem Seminarhotel. Am Montagvormittag soll dann zunächst ein Vortrag auf Englisch mit einer anschließenden Führung stattfinden.

Das die Reisekosten über den Etat der Stadtbücherei, bzw. auf Kosten der Fraktionen abgewickelt werden sollen, bezeichnet Herbert Schübel (Fraktionsvorsitzender DIE LINKE) einen Skandal. „Erst die Gebühren erhöhen und sich anschließend eine Reise nach Amsterdam genehmigen! Hier werden öffentliche Gelder allem Anschein nach für eine „Lustreise“ ausgegeben.“

DIE LINKE hat als einzige Fraktion gegen beide Anträge gestimmt und wir auf keinem Fall an dieser Reise teilnehmen.

Die Amsterdamer Bibliothek (Openbare Bibliotheek Amsterdam) verfügt über eine Fläche von 28.000 m². Angeschlossen sind ein Theater, ein Konservatorium, ein Hotel und Kongresszentrum, Büros, Geschäfte und ein großes Parkgebäude. „Nun, dank der „umsichtigen“ Stadtplanung von CDU/FDP verfügt Troisdorf über ein großes Parkhaus am Bahnhof, da fehlt ja nur noch der Rest“.

„Mit dieser Art von Entscheidungen fördern diese Parteien die Politikverdrossenheit bei den Bürgern. Es ist geradezu unanständig und völlig abgehoben, zuerst die Gebühren der Bücherei zu erhöhen und sich anschließend eine solche Reise nach Amsterdam zu genehmigen, das ist einfach unanständig! Hier sind einige Leute scheinbar dem Größenwahn erlegen, man sieht sich in einer Liga mit Amsterdam,“ so Herbert Schübel