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Fraktion / Heinz-Bert Weber
16. November 2010 Fraktion / Heinz-Bert Weber

Feuerwehr unter Strom

Photovoltaik-Anlagen lassen sich nicht abschalten. Brennt es, hat die Feuerwehr bisher kaum eine Chance. Das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien hat der Solarindustrie einen Absatzboom in Deutschland beschert – und stellt die Feuerwehren im Brandfall vor erhebliche Probleme: Denn Photovoltaikanlagen, die bis zu 1000 Volt Gleichstrom erzeugen, lassen sich bei einem Feuer nicht abschalten. Beim Löscheinsatz sind die Einsatzkräfte deshalb durch Stromschläge gefährdet. Eigenheimbesitzer mit Solaranlagen auf dem Dach müssen damit rechnen, dass die Feuerwehr ihr Haus bei einem Feuer kontrolliert abbrennen lassen. In Rösrath hat ein Feuerwehrmann bei einem Brand eines Einfamilienhauses durch die installierte Solaranlage einen so starken Stromschlag erlitten, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Nach Berechnungen der Stiftung Warentest konnten Grundeigentümer in der Vergangenheit ihr Kapital jährlich mit bis zu acht Prozent verzinsen, weil das Erneuerbare-Energie-Gesetz Versorgungsunternehmen verpflichtet, 20 Jahre lang hohe Festpreise für Solarstrom zu zahlen. Bereits 580.000 Sonnenstromerzeuger sind inzwischen nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) in Deutschland installiert. Abstellen lassen sich die herkömmlichen Anlagen nicht. Auch bei gezogener Hauptsicherung oder umgelegtem Hauptschalter führen die Module den bis zu 1.000 Volt starken Gleichstrom zu Wechselrichtern im Keller. In welchem Zustand sich die Module befinden und ob die Isolierung der Kabel noch intakt ist, bleibt im Brandfall unklar. Dann gilt nur die Einsatzregel: Nach DIN VDE 0100 ist Gleichstrom von mehr als 120 Volt le Für große Objekte gibt es ausgearbeitete Einsatzpläne,  Achtung, PV-Anlage“ – das gilt etwa für den Berliner Hauptbahnhof, das Kanzleramt, den Reichstag oder einige große Wohnblocks. Die vielen Tausend kleineren Anlagen müssen im Ernstfall erst erkundet werden. Verbindliche Bauvorschriften, wie sie für „normale“ Elektroanlagen in Gebäuden existieren, gibt es für Photovoltaik-Anlagen nicht.

Das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland warnt in einer Broschüre „Bei Photovoltaikanlagen besteht bei unsachgemäßer Montage der zahlreichen handwerklichen Verbindungen in den Anschlussdosen eine erhöhte Brandlast durch die Produktion von Gleichstrom mit der Gefahr von Lichtbögen bis zu 1000°Celsius.Der Feuerwehr wird deshalb empfohlen, Gebäude mit Photovoltaikanlagen kontrolliert abbrennen zu lassen. Im Übrigen erschwert die großflächige Abdeckung des Daches der Feuerwehr die Zugänglichkeit zum Dachraum. Bei solarthermischen Anlagen besteht latent die Gefahr von Leckagen an Leitungen und am Wärmetauscher

Unsere Nachfrage durch unseren OV-Sprecher Michael Hamm bei der Troisdorfer Feuerwehr ergab aber, „Für die Feuerwehr gebe es keine Möglichkeit den Strom der Photovoltaikanlagen abzuschalten. Die einzige Möglichkeit sei, einen Schalter direkt unter dem Dach anzubringen, um zumindest den Stromfluss ins Haus zu unterbrechen. Die Stromerzeugung auf dem Dach geht aber weiter“.

Demnach müssen wir weiterhin von einem kontrollierten Abbrennen ausgehen!

 

Dabei ist die Lösung recht einfach, unsere Recherche ergab, dass das Team vom Umweltcentrum Gablenz eine einfache Lösung für dieses Problem gefunden hat. Durch eine elektrische Steuerung wird ein kontrollierter Kurzschluss in der Anlage ausgelöst. Dadurch liegt keine Spannung mehr an, und die Feuerwehr kann im Falle eines Hausbrandes dass darunter liegende Gebäude löschen.

Dabei hat der TÜV Rheinland in einer Studie von 1997 bereits auf die Gefahren durch Photovoltaikanlagen hingewiesen. Angesichts der Tatsache dass wir mit dem Solarpark Oberlar die größte Solaranlage in NRW unterhalten, ist ein detaillierter Einsatzplan dringend angeraten. Bei einem Brand dieser Anlage müssen wir von einer Katastrophe ausgehen, wenn wir diese kontrolliert abbrennen lassen, zumal selbst die Betreibergesellschaft vor toxischen Gasen bei einem Brand warnt!“ so Herbert Schübel.

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